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Home Montagsdemos Montagsdemo in Marl von Nazis bedroht!
Montagsdemo in Marl von Nazis bedroht! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 13:27 Uhr

Montagsdemo in Marl von Nazis bedroht!


Nazi-Demo in MarlNachdem die Marler Zeitung in einer kurzen Notiz angekündigt hatte, dass bei der Montagsdemo in Marl die Kürzungspläne der Stadt sowie der Naziaufmarsch in Marl am Samstag, Thema sein sollten, trat dort eine Gruppe von Nazis auf, die mit Gebrüll und Beschimpfungen, die Montagsdemo zu stören versuchten und die Veranstaltung durch ein aggressives Auftreten bedrohten.

Ihre braune Gesinnung und Menschenverachtung kam vor allem darin zum Ausdruck, dass sie in ihren Beschimpfungen Andersdenkenden menschliche Eigenschaften absprachen.

Die herbeigerufene Polizei ließ sich leider etwas Zeit bis sie kam. Schließlich hatten die Montagsdemonstranten kein Interesse sich mit den Nazis zu prügeln. Sie ließen sich aber nicht einschüchtern und wendeten sich an die demokratisch gesinnte Bevölkerung Marls mit der Aufforderung nicht weg zu sehen, wenn die Faschisten aufmarschieren.

Es wurde vor allem angegriffen, dass sich die Faschisten, die sich übrigens „Nationale Sozialisten“ nennen mit einer ungeheuerlichen Demagogie an den Sorgen und Nöten der Bevölkerung ansetzen, um vor allem Jugendliche für sich zu gewinnen, um eine Stimmung für die Einführung der Todesstrafe zu verbreiten und um die faschistischen Organisationen aufzubauen. Es wurde entlarvt, dass es den Faschisten überhaupt nicht um den Schutz der Kinder geht, wenn sie an dem Justizskandal – Freilassung eines potenziell gefährlichen Verbrechers – ansetzen. Ihre Methode des sich Einschleichens wird daran deutlich, als am Samstag einer der Neonazis versucht hat, am offenen Mikrofon der Gegenkundgebung zu sprechen, obwohl vorher klargestellt wurde, dass alle demokratisch gesinnten Bürger am Mikrofon sprechen können, aber keine Faschisten. Dieser Faschist sprach dann auch überhaupt nicht über den Schutz von Kindern, sondern nutzte frech das Mikrofon, um für einen Faschistenaufmarsch in Dresden zu werben. Auch dieser Aufmarsch setzt an der berechtigten Kritik der Kriegführung der englischen Militärs an, die mit der flächendeckenden Bombardierung von Dresden massenhaft die Zivilbevölkerung und damit viel unschuldige Menschen töteten, die selbst gegen die Nazidiktatur Widerstand leisteten. Es ist schon eine unverschämte Demagogie, wenn die Faschisten die den 2. Weltkriegs, vom Zaun brachen und damit für den Tod von 60 Millionen Menschen verantwortlich sind, die Erinnerung an die zahllosen Opfer, für sich ausnutzen wollen.

Deswegen ist es wichtig nicht wegzusehen, sondern öffentlich zu demonstrieren, dass man bereit ist den Anfängen zu wehren. Es ist notwendig, dass alle demokratischen Organisationen und Parteien Flagge zeigen und sich solidarisch im Kampf gegen Nazis erklären.

Vom Moderator der Montagsdemo wurden die Worte von Pfarrer Martin Niemöller zitiert, in denen er seine Erfahrungen in der Nazidiktatur zusammenfasste:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Am offenen Mikrofon wurde diskutiert, dass es das Gebot der Stunde ist ein Verbot aller faschistischen Organisationen zu fordern und durchzusetzen, denn sonst zahlt die demokratische Bevölkerung mit ihren Steuergeldern noch für die Verbreitung der Nazipropaganda und den Aufbau der faschistischen Organisationen.

Wir zahlen noch dafür, dass Gewerkschaftsdemonstrationen feige angegriffen werden, wie letztes Jahr in Dortmund, dass sich zunehmend in der größten kapitalistischen Weltwirtschafts- und Finanzkrise der Terror der Faschisten gegen die Arbeiterbewegung und gegen Volksbewegungen, wie die Montagsdemonstration, Umweltbewegung, Frauenbewegung und Jugendbewegung richtet. Solange sie nicht verboten sind, können sie sich das Recht herausnehmen und demonstrieren, wobei diese Demonstrationen meist mit einem Riesenaufgebot von Polizei durchgesetzt werden. In Recklinghausen wurde so vor Kurzem die Bewegungsfreiheit einer ganzen Stadt tagelang eingeschränkt. Das wollen die Montagsdemonstranten nicht hinnehmen und fordern alle Demokraten auf:

„Wehret den Anfängen!“

Bild: Nazi-Aufmarsch am Samstag in Marl

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2010 um 14:12 Uhr
 

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Sarrazin:   „Wer als Hartz-IV-Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft darein legen, Arbeit zu finden.“

 
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